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Wasserkreislauf....

Weißwasser - Amazonas -  White Water - Nährstoffe

Der mächtigste Fluss der Erde, der Amazonas selbst, ist das bekannteste Beispiel für einen Weißwasserfluss. Da das Weißwasser jungen Gebirgen wie den Anden etspringt, hat es einen besonders hohen Gehalt an organischen Nährstoffen.

Schwarzwasser Blackwater
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Die dunkle Färbung des Schwarzwassers stammt von abgestorbenen Pflanzenresten, aus denen Huminsäuren entstehen. Ihr pH-Wert liegt zwischen 4 und 5.

Regenzeittümpel mit Schwarzwasser.

Stillgewässer Regenzeittümpel temporary rainforest pond

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Klima und Wasserkreislauf Mehrmals am Tag hat man den Eindruck, in der Ferne das Rauschen eines D-Zuges zu hören, doch Schienen oder Straßen gibt es hier nicht. Es ist Regenzeit und das Herannahen eines Wolkenbruchs hört man bereits aus großer Entfernung. Bis zu 3000 Millimeter Regen fallen hier pro Quadratmeter im Jahr (in Deutschland sind es etwa 700 bis 1000 Millimeter). Laut rauschend ergießen sich gewaltige Wassermengen über den Wald. Ansonsten harmlose Rinnsale verwandeln sich innerhalb von Minuten zu Sturzbächen, Flüsse reißen Bäume aus, bringen Uferböschungen zum Abrutschen und führen entwurzelte Hütten und unbemannte Boote mit sich. Nicht selten ändert ein Fluss „über Nacht“ seinen Verlauf oder mündet ausgerechnet an der Stelle in einen anderen Fluss, wo ein Bauer noch am Tag zuvor seine Hütte stehen hatte.

Regenwälder entwickeln sich in Regionen, in denen jeder Monat regenreich ist. Hier liegt die monatliche Niederschlagsmenge bei mindestens 100 Millimetern pro Quadratmeter. Je nach geographischer Lage, können sich regenreiche mit regenärmeren Perioden abwechseln.

Ein wesentliches Kennzeichen tropischer Klimate ist die gleichbleibend hohe Temperatur, deren monatlicher Durchschnittswert selbst im kältesten Monat 18 Grad Celsius nicht unterschreitet. In vielen Gebieten werden die regenärmeren Zeiten als Sommer und die niederschlagsreichen als Winter bezeichnet. Nimmt man die Lufttemperatur als Kriterium, dann ist die Nacht gleichsam der Winter der Tropen, weil die täglichen Temperaturschwankungen ausgeprägter sind als die Jahresschwankungen. 

Der Wald begießt sich selbst

Das gesamte Amazonasbecken liegt im Einflussbereich tropischer Luftbewegungen, die nördlich und südlich des Äquators zirkulieren. Lage und Gestalt Amazoniens bewirken eine ausgesprochene Gleichförmigkeit von Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Vegetationsdichte. Von besonderer Bedeutung für den Niederschlag ist die Pflanzendecke. Bäume, Pflanzen, aber auch der selbst in seinen oberen Schichten nie austrocknende Boden, das Falllaub, Bäche, Flüsse und Tümpel, alles zusammen bildet einen riesigen nassen Schwamm. Unter dem Einfluss der intensiven Sonneneinstrahlung steigen die feuchten Luftmassen nach oben und ballen sich in bedrohlich aussehenden Gewitterwolken zusammen, in denen die Feuchtigkeit, in kältere Luftschichten angehoben, zu Regentropfen kondensiert. Mit lautem Getöse prasseln diese wieder auf das Blätterdach zurück. Der Wald begießt sich selbst. Dieser lokale „kleine Wasserkreislauf“ ist eine der Grundfesten allen Lebens in den tropischen Regenwäldern der Erde.

Doch das Zirkulieren der Luftmassen über dem Regenwald ist nicht die alleinige Ursache für die starken Niederschläge. Von besonderer Bedeutung sind die vom Atlantik kommenden Passatwinde, welche die feuchtheißen Luftmassen als Schnee oder Regen auf den Anden ablagern. Durch Berg- und Nebelwälder fließend, versorgen Quellbäche das Amazonasbecken unaufhörlich mit Nachschub unvorstellbarer Wassermengen.

Immergrüne Regenwälder gedeihen überall dort in tropischen Ländern, wo die jährliche Regenmenge mindestens 2000 Millimeter beträgt. Das ist in den meisten Regionen Amazoniens der Fall. Dennoch gibt es auch hier graduelle Unterschiede. Am regenreichsten sind der nordwestliche und der nördlich der Amazonasmündung liegende Teil Amazoniens.

Regenzeiten - Trockenzeiten

Die Sonneneinstrahlung und damit die Verdunstungsmenge sind dann am höchsten, wenn die Sonne ihren Höchststand, den Zenit, erreicht hat. Da sie im Verlauf eines Jahres zwei Zenitdurchläufe zwischen den Wendekreisen hat, erlebt das Amazonasbecken im selben Zeitraum zwei unterschiedliche Regen- und Trockenzeiten. So fällt die Regenzeit im nördlichen Amazonien in die Zeit zwischen April und August, während sie im Süden von Oktober bis April reicht. Das führt dazu, dass der Amazonas in rhythmischen Abständen Nachschub an Wasser erhält. Man spricht von einem permanenten Flutpuls. Besonders deutlich wird das, wenn in den südlichen Gebieten die Regenzeit einsetzt. Hier liegen die größten Zuflüsse des Amazonas, deren Wassermassen dem Fluss Schwankungen von bis zu 16 Metern bescheren.

Text und Fotos © Andreas Schlüter 2003-2004