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Tiere der Strauchschicht....

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Bei der Suche nach Froschlaich in einem Waldbach brummt ständig irgend etwas über unseren Köpfen herum. Wir entdecken einen Kolibri, der im Zickzack-Kurs vorwärts, rückwärts, seitwärts, auf- und abwärts
umherschwirrt, sich dabei aber immer wieder für eine ganz bestimmte Stelle im Gezweig interessiert. In etwa fünf Metern Höhe entdecken wir eine auffällig rote Blüte. Hier, wo das Sonnenlicht ungefiltert den Boden erreicht, ziehen farbenprächtige Blüten die schillernden Kolibris magisch an. Ihre Farben, die nur hier im Licht der Strauchschicht und natürlich auch in den Baumkronen zur Geltung kommen, spielen eine wesentliche Rolle im Revierkampf. 1000 Herzschläge und 250 Atemzüge pro Minute, sowie bis zu 100 Flügelschläge in der Sekunde erfordern eine ununterbrochene Energiezufuhr. Mit ihren jeweils auf bestimmte Blüten spezialisierten Schnäbeln saugen die kleinen Vögel Nektar aus den leuchtenden Blüten, indem sie, je nach Schnabelform, diese seitlich anbohren oder den Schnabel tief in die Blüte einführen. Der im Nektar enthaltene Zucker ist der eigentliche Energielieferant dieser extrem aktiven Vögel. Da sie aus flugtechnischen Gründen nur ein geringes Körpergewicht haben dürfen, können sie es sich nicht leisten, größere Nahrungsmengen auf einmal zu sich zu nehmen. Deshalb müssen sie alle paar Minuten kleine Mengen tanken. Doch was geschieht bei Nacht? Auch ein schlafender Kolibri verbraucht Energie. Da er aber kein ausgiebiges Nachtmahl zu sich nehmen kann, würde er verhungern, wenn es ihm nicht gelänge, den Energieverbrauch bei Nacht extrem herunter zu fahren. Kolibris, die am Tag eine Körpertemperatur von 40 Grad Celsius haben, senken diese bei Nacht deutlich herab. Damit sie in dieser Ruhestarre nicht ein leichtes Opfer von Fressfeinden werden, verbringen sie die Nacht auf den allerdünnsten Zweigen des Waldes, die dem Gewicht einer Hundskopfboa nicht standhalten können, der, wo das Sonnenlicht eine dichtere Vegetation gedeihen lässt als mitten im dunklen Wald, kann sich die kletternde Riemennatter (Imantodes cenchoa) am schnellsten fortbewegen. Auf ihrer nächtlichen Nahrungssuche überrascht sie vor allem Anolis, kleine Leguane, die mit nach unten baumelnden Beinen auf den flechtenbewachsenen Blättern der Bäume schlafen.

Text und Fotos © Andreas Schlüter 2003-2004