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Leben im Stammbereich....

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Der Stammbereich befindet sich unterhalb der Baumkrone. Je nach Höhe des jeweiligen Baumes ist er verschieden stark ausgeprägt. Zahlreiche Pflanzen, die am Stamm emporranken, schaffen Lebensraum für die verschiedensten Tierarten. "Kleines Kraut von knapp Fingerlänge, welches auf Baumstämmen wächst. Es ist so selten, dass, soweit mir bekannt, niemand es zuvor sah." So beschrieb im Jahre 1752 der schwedische Botaniker Osbeck einen "blattlosen, direkt am Stamm eines Baumes wachsenden Parasiten" im östlichen Java. Er gab ihm den wissenschaftlichen Namen Melia parasitica.Osbeck wusste damals noch nicht, dass es sich nicht um einen Parasiten
handelte, sondern lediglich um eine Wuchsform, die im nördlichen Europa völlig unbekannt ist. Bei dieser heute als Kauliflorie oder Stammblütigkeit bezeichneten Wuchsform entspringen Blüten und später die Früchte unmittelbar aus dem Stamm. Ein Musterbeispiel für Kauliflorie( = Cauliflorie) ist die Kakaofrucht (Theobroma cacao), die unmittelbar am Hauptstamm ihres Baumes wächst. Dort, wo es Astgabeln und Lichtverhältnisse zulassen, siedeln sich Aufsitzerpflanzen (Epiphyten) an. In weitaus größerer Dichte findet man sie allerdings in der Baumkronenregion. Lianen sind ein prägendes Element im Stammbereich Amazoniens. Die junge Pflanze keimt am Boden. Auf ihrer Suche nach Licht erklimmt sie einen Baum. Rutscht sie vom Baum ab oder zwingt diesen mit ihrem enormen Gewicht zu Boden, dann klettert sie an anderer Stelle wieder empor. Auf diese Weise kann eine Liane eine Länge von über 200 Metern erreichen. In einem Lebensraum, den die Insekten voll und ganz im Griff haben, müssen ihre Nahrungspflanzen im Laufe der Evolution Abwehrstrategien entwickelt haben, die sie vor der völligen Vernichtung schützen. Die meisten Pflanzen des tropischen Regenwaldes enthalten giftige Substanzen, die sie vor zahlreichen Fressfeinden schützen. In diesem Jahrmillionen langen
gegenseitigen Hochschaukeln zwischen Fressmethoden und Abwehrstrategien haben einige Pflanzen Verbündete gefunden. Es sind Leibwächter, die ihnen jeden vermeintlichen Angreifer vom Leibe halten; natürlich für eine Gegenleistung. In Waldbereichen mit sogenannter Sekundärvegetation kann man diesem Phänomen häufig begegnen. Nach natürlichem Holzeinschlag, wie durch Hochwasser oder Windbruch, ist die Cecropia der Pionier unter den Bäumen. Ihre fingerförmig gelappten, hellgrünen Blätter, die an die Blätter unserer Rosskastanie erinnern, kann man vor allem an Flussufern schon aus großer Entfernung erkennen. Wenn man hier das Ufer betritt, dann sollte man vorsichtig sein. Man braucht nur den Stamm einer Cecropia zu streifen, um mit einem wahren Ameisenregen bedacht zu werden. Kleine angriffslustige Ameisen mit dem treffenden wissenschaftlichen Namen Azteca verteidigen ihren Baum gegen Fressfeinde. Der Baum "bezahlt" auf seine Weise. Er stellt den Ameisen in hohlen Internodien (Stängelgliedern) Schutz-, Wohn- und Brutraum zur Verfügung; eine Symbiose, wie man sie sich perfekter nicht vorstellen kann. Nur wenige Fressfeinde vermögen dieser Schutztruppe zu widerstehen. Dazu gehören die Faultiere, die besonders gern Cecropia-Blätter verzehren. Neben Giften ist auch die bei vielen Pflanzen und Bäumen auffallende Dickblättrigkeit ein Schutz vor dem Verzehr vor allem durch Insekten.

Text und Fotos © Andreas Schlüter 2003-2004