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Reptilien der Bodenzone....

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Abgesehen von der Tatsache, dass gerade unter den Echsen zahlreiche Arten die unterschiedlichsten Stockwerke des Regenwaldes aufsuchen (Geckos, Anolis), gibt es doch ein paar meist recht unauffällige Vertreter, die sich tags und nachts im Falllaub aufhalten. Unter ihnen so gefürchtete Arten, wie den Buschmeister (Lachesis muta) und die Lanzenotter (Bothrops atrox). Die Lanzenotter ist in manchen Gebieten recht zahlreich und hält sich vorzugsweise auch in der Nähe menschlicher Siedlungen auf. Das liegt vor allem daran, dass der Abfall dieser Siedlungen Kleinsäuger anlockt.

"Shushupe!" Dieser Ruf elektrisiert jeden, der am peruanischen Ucayali-Fluss lebt. Shushupe, das ist die am meisten gefürchtete Schlange dieser Region, ja sogar ganz Amazoniens. Sofort eilen die jungen Männer an ihre Macheten und Gewehre, um dem "Monstro" den Garaus zu machen. Der Buschmeister (Lachesis muta), der eine Länge von 3,80 Metern erreichen kann, ist die größte Giftschlange des amerikanischen Doppelkontinents und zugleich eine der größten Giftschlangen der Welt. Er gehört zu den Grubenottern (Crotalinae), zu denen auch die Klapperschlangen (Crotalus) zählen. Alle Grubenottern besitzen zwischen Auge und Nasenloch beidseitig je ein Infrarot-Sinnesorgan, mit dessen Hilfe sie selbst bei völliger Dunkelheit den Weg zu ihrem Opfer finden. Obwohl sich allerhand Schauergeschichten und Halbwahrheiten um diese Schlange ranken, ist ihre Gefährlichkeit nicht von der Hand zu weisen. Sie kann sich wegen ihrer Größe sehr hoch aufrichten und aus dieser Warte mit ihren bis zu 35 Millimeter langen Giftzähnen blitzschnell zustoßen. In manchen Gegenden wird sogar behauptet, dass die Schlange in erregtem Zustand Störenfriede verfolgt und dass man sich nur durch einen Sprung in trübes Wasser retten kann. Der Buschmeister ernährt sich hauptsächlich von pflanzenfressenden Säugern, wie Paka und Aguti. Trotz des Stellenwertes als angeblich gefährlichste Schlange Amazoniens, gehen auf das Konto des Buschmeisters nur etwa 0,2 Prozent aller in Südamerika registrierten Bissunfälle. Unfallträchtige Begegnungen mit Grubenottern kommen zwar recht häufig vor, dabei handelt es sich aber fast immer um Begegnungen mit der vielerorts häufigen bodenbewohnenden Lanzenotter (Bothrops atrox), auf deren Konto etwa 70 Prozent der Schlangenvergiftungen gehen. Dabei sollte man aber nicht aus dem Auge verlieren, dass ein hoher Prozentsatz dieser Unfälle auf Unachtsamkeit und Trunkenheit zurück zu führen ist.

Während sich diese beiden Grubenottern überwiegend von Kleinsäugern ernähren, verschlingt die Echte Korallenschlange (Micrurus surinamensis) überwiegend Fische, wobei Kiemenschlitz-Aale der Gattung Synbranchus zu ihrer Lieblingsspeise zählen. Diese Aale legen auf der Suche nach stehenden Gewässern weite Strecken über Land zurück, wo sie von der Schlange ohne Schwierigkeiten überwältigt werden. Die Echten Korallenschlangen gehören zu den Giftnattern (Elapidae), zu denen auch die afrikanischen und asiatischen Kobras zählen. Das Gift der Arten dieser Schlangenfamilie ist ein sehr schnell wirkendes Nervengift. Der Biss einer Korallenschlange endet für Menschen oft tödlich. Da Korallenschlangen aber nicht aggressiv sind und zudem ein relativ kleines Maul besitzen, sind Unfälle äußerst selten.

Sowohl am Tag als auch bei Nacht kriecht die Boa constrictor, eine Riesenschlange, durchs Unterholz. Sie ist in erster Linie auf der Suche nach Kleinsäugern, verschmäht aber auch Reptilien nicht. Bei der Suche nach Opfern wird sie von ihren auf den Lippen sitzenden Wärmesensoren sicher zu ihren meist warmblütigen Opfern geführt.
Text und Fotos © Andreas Schlüter 2003-2004