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Amphibien der Bodenzone....

Peru Rainforest Amazon Pachitea Panguana Species Diversity : Amphibien der Bodenzone

Wenn man durch das Falllaub geht, schreckt man immer wieder Amphibien der verschiedensten Arten auf, die in ihrer Färbung dem Falllaub angepasst sind. Dazu gehören die Pfeiffrösche der Gattung Eleutherodactylus, die eine für Froschlurche äußerst ungewöhnliche Fortpflanzungsweise haben. Man begegnet ihnen das ganze Jahr über selbst dort, wo stehende oder fließende Gewässer weit entfernt sind. Sie können es sich leisten, denn im Laufe ihrer Entwicklungsgeschichte haben sie sich vom Wasser unabhängig gemacht. Während die meisten anderen Froschlurche in Gewässern ablaichen, in denen sie eine Metamorphose mit verschiedenen Kaulquappenstadien durchlaufen, legen diese Frösche ihre wenigen, relativ großen und dotterreichen Eier terrestrisch, d. h. auf dem Boden (meist auf Falllaub) ab. Aus diesen Eiern schlüpfen schließlich fertig entwickelte Jungfrösche. Die Frösche dieser Gattung haben sich somit für ihre Fortpflanzung eine Nische erobert, die von den anderen Froschlurchen nicht besetzt wurde.

Ein dem Ruf eines Kanarienvogels ähnelndes Trillern verrät die Nähe des Holzstückfröschchens (Edalorhina perezi). Es ähnelt einem bemoosten Stück Rinde, das man meist nur dann entdeckt, wenn es die Flucht ergreift. Auch dieser Frosch hat sich eine besondere Fortpflanzungsweise einfallen lassen. Im oberen Amazonasbecken kann die Trockenzeit recht ausgeprägt sein, so dass es mehrtägige, manchmal auch mehrere Wochen andauernde niederschlagsfreie Perioden gibt. Zahlreiche Bäche führen dann kein Wasser und es wird schwierig für einen Frosch, ein wasserführendes Aufzuchtsbecken für seinen geplanten Nachwuchs zu finden. Nur an schattigen Stellen, dort wo kein Sonnenstrahl den Boden erreicht, finden sich immer noch mit Wasser gefüllte Minitümpel. Häufig sind das mit der Innenseite nach oben liegende Baumrindenstückchen, in denen etwas Regenwasser steht. Derartige Kleinstgewässer trocknen an niederschlagsfreien Tagen zwar ebenfalls schnell aus, doch bewahrt eine besondere Fortpflanzungsweise den Froschlaich vor dem Austrocknen. Das Männchen schlägt während der Paarung mit rotierenden Bewegungen seiner Hinterbeine die aus der Kloake des Weibchens heraustretenden Oviduktsekrete zu einer tischtennisballgroßen Schaumkugel, in der sich etwa 30 Eier befinden. Der äußere Bereich der Kugel erhärtet innerhalb weniger Stunden, so dass eine Kapsel entsteht, die in ihrem Inneren die für die Weiterentwicklung der Eier notwendige Feuchtigkeit aufrecht erhält. Bei dem nächsten Regen löst sich die Kapsel auf und die inzwischen geschlüpften Larven gelangen ins Wasser.

Im Verborgenen, mehr weiß man bisher nicht, leben Engmaulfrösche (Microhylidae) der Gattung Ctenophryne. Sie leben so versteckt, dass noch nie ein Exemplar während der Trockenzeit gefunden wurde. Selbst innerhalb der Regenzeit lassen sie sich nur für 36 Stunden im Jahr blicken. An temporären Kleingewässern veranstalten sie gemeinsam mit Tausenden von Froschlurchen anderer Arten ein weithin hörbares, ohrenbetäubendes Massenkonzert. Sie paaren sich, laichen in diesen Gewässern ab und verschwinden für den gesamten Rest des Jahres, um sich erst in der nächsten Regenzeit wieder für 36 Stunden sehen zu lassen.

Eine besondere Gruppe von Froschlurchen sind die sogenannten Pfeilgift- oder Baumsteigerfrösche (Dendrobatidae). Sie sind in vielerlei Hinsicht etwas Besonderes. Zum einen sind bis auf eine Art alle tagaktiv. Das ist bei den wenigsten Fröschen der Fall. Ihre Färbung, eine weitere Besonderheit, ist so auffällig, als wollten sie alle Welt auf sich aufmerksam machen. So etwas findet man im Tierreich normalerweise nur bei wehrhaften Arten. Und wehrhaft sind diese kleinen Frösche durchaus. Ihre Haut enthält giftige Substanzen, sogenannte Hauttoxine. Ein Feind, der mit den Toxinen schlechte Erfahrung gemacht hat, wird sich die auffälligeFärbung so eines Frosches einprägen und in Zukunft davon ablassen. Abschreckung vor giftigen Körpersubstanzen finden sich hier am Urwaldboden auch bei vielen Insektenarten.

Text und Fotos © Andreas Schlüter 2003-2004