England02
Deutschland
Huette-web02
Hyla rhodopepla - Roter Laubfrosch
Schlangen Snakes Ophidia
Sitemap / Index
Eidechsen Lizards
Krokodile Crocodiles Crocodylia
Schildkröten Trutles Testudines

What's new
Naturkundemuseum Stuttgart PDF-Dateien

- P a n g u a n a -

Impressum Kontakt

 

Panguana  Regenwald  Rainforest  Selva Herpetofauna Andreas Schlueter Froesche Frogs Ranas Amphibians Anfibios Amphibien Lithodytes Leptodactylus lineatus Atta cephalotes Reptilien  Reptiles  Animals  Plants Peru Tropischer Regenwald Tropical Rainforest Tropische Regenwälder Forest Amazon Amazonas Pachitea  Llullapichis  Species Artdiversität  Biodiversität  Biodiversity  Hotspot 

 

Diversität....

England02

Peru Rainforest Amazon Pachitea Llullapichis Panguana Species Diversity : Diversität

Es ist äußerst schwierig, auch nur annähernd zuverlässige Angaben über die Anzahl der in tropischen Regenwäldern lebenden Pflanzen- und Tierarten zu machen. Trotz des wachsenden Interesses am Artenreichtum der tropischen Regenwälder, gibt es nur sehr wenige Gesamtartenzählungen für bestimmte Gebiete. Wie eingangs gesagt, bedecken tropische Regenwälder nur etwa 6 Prozent der kontinentalen Erdoberfläche. Diese beherbergen, so schätzt man, über die Hälfte aller auf der Erde lebenden Organismenarten. Wie sicher ist nun diese Kalkulation, die von den meisten Experten geteilt wird? Das Stichwort für diese Einschätzung lautet latitudinaler oder globaler Diversitätsgradient. Es ist ein allgemeines biologisches Prinzip, dass in den Äquatorregionen der Erde die meisten Pflanzen- und Tierarten vorkommen. So kommen von den 250.000 weltweit bekannten Gefäßpflanzen etwa 170.000 (68 Prozent) in den Tropen und Subtropen vor, die meisten davon in den tropischen Regenwäldern. Die weltweit höchste Pflanzenvielfalt (40.000 Arten) ist konzentriert auf die Länder Kolumbien, Ekuador und Peru. Das sind gerade mal 2 Prozent der kontinentalen Erdoberfläche. Diese auf die äquatorialen Gebiete konzentrierte Vielfalt wird noch deutlicher, wenn man sich die Untersuchungsergebnisse aus fest abgesteckten Arealen vor Augen führt. So konnte der Botaniker Alwyn Gentry auf einem 300 Hektar großen Regenwaldstück nahe der peruanischen Stadt Iquitos 300 Baumarten nachweisen (in Deutschland sind es gerade mal.30). Auf den artenreichsten Regenwaldflächen gehört jeder zweite Baum einer anderen Art an. 

           Baumarten Blütenpflanzen Amphibien Reptilien Vögel Säuger Insekten

Deutschland       30     2.400         19       12     255      94    30.000 

6 km2 Amazoniens 750     1.500         70      100     400     100       ?

Die Anzahl der Insektenarten kann nicht einmal annähernd ermittelt werden. Aus Untersuchungen in wesentlich kleineren Arealen hat sich aber ergeben, dass auf einer Fläche von der Größe eines Fußballfeldes über 40.000 Arten vorkommen können.

Anhand der bisher genannten Zahlen wird deutlich, dass sich die terrestrische Biodiversität hauptsächlich auf die tropischen Regenwälder verteilt. Die Insekten, die nach Einschätzung des Entomologen Edward O. Wilson in den Regenwäldern mit mehreren zehn Millionen Arten vertreten sein könnten, sind der beste Beweis dafür, dass die Zahl der landlebenden Organismenarten zum Äquator hin zunimmt (bis auf wenige Ausnahmen wie z. B. Salamander) und dass mindestens die Hälfte aller Arten in diesem Lebensraum vorkommen.

Bevor wir den möglichen Ursachen für die enorme Artenvielfalt auf den Grund gehen, sollten wir uns auf eine Definition des Begriffes Biodiversität einigen. Er wurde in der letzten Zeit überstrapaziert und mit dem Begriff Artenzahl gleichgesetzt. Biodiversität umspannt aber ein viel größeres Spektrum an Parametern als nur eine einfache Aufzählung der Arten. Zur Biodiversität gehören genetische Varianten derselben Art ebenso wie Scharen von Arten, Scharen von Gattungen, Familien und noch höhere Taxa. Darüber hinaus umfasst der Begriff Biodiversität die Mannigfaltigkeit von Ökosystemen, die sowohl die Organismengemeinschaften innerhalb bestimmter Lebensräume als auch die dort herrschenden physikalischen Bedingungen einschließt. Es ist also die „über alle biologischen Organisationsebenen hinweg anzutreffende Vielfalt von Organismen“ (Wilson, 1997).

Bei allen Vergleichen zum Formenreichtum verschiedener Regenwaldgebiete muss natürlich der zugrunde liegende Maßstab berücksichtigt werden. So ist es sinnvoll, beispielsweise den Artenreichtum einer bestimmten Vegetationseinheit zu vergleichen. Die Anzahl der Baumarten auf jeweils 0,1 Hektar zum Beispiel gibt Aufschluss über die sogenannte Alpha-Diversität. Eine Landschaft besteht im allgemeinen aus verschiedenen Vegetationseinheiten. Deren Gesamtartenzahl zusammen genommen, bezeichnet man als Gamma-Diversität. Vergleicht man schließlich Terra firme mit Terra firme und Überschwemmungswald mit Überschwemmungswald, dann stellt man fest, dass sich von Ort zu Ort innerhalb dieser Formationen die Arten gegenseitig ersetzen. Diese als Beta-Diversität bezeichnete Einheit ist ein weiteres Moment der Formenvielfalt.

Text und Fotos © Andreas Schlüter 2003-2004