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Wer zum ersten Mal den Regenwald betritt, der ist zunächst enttäuscht, weil so gar nichts an das erinnert, was man aus Reiseberichten, Fernsehsendungen und Tarzanfilmen kennt. Dabei braucht man nur für ein paar Sekunden die Augen zu schließen, um festzustellen, wer die eigentlichen „Herrscher“ des Regenwaldes sind. Es offenbart sich uns eine äußerst komplexe, teilweise sogar aufdringliche Geräuschkulisse. Das Gezirpe der Singzikade (Cicadoidea), gleicht einem gehässigen Gelächter gleicht. Eine andere rasselt wie eine Fahrrad-Gangschaltung und wieder eine andere erzeugt das Geräusch eines Zahnarztbohrers. Singzikaden wohin man sich auch wendet. Sie sind die lautesten Musikanten im Regenwald, die den Vögeln den Rang abgelaufen haben. Im Chor mit Grillen und Heuschrecken vertreten sie lautstark das Reich der Insekten, der bei weitem dominierenden Tiergruppe im tropischen Regenwald.

Fast überall eilen Ameisen über den Waldboden. In einem Erdloch, dort wo die riesige Brettwurzel eines Kapokbaumes im Boden verschwindet, wohnt Dinoponera longipes. Diese räuberische, einen Zentimeter lange Ameise lebt in einem kleinen, etwa 100 Individuen umfassenden, Volk. Sie ist mit einem Giftstachel ausgerüstet, von dem sie schon bei der geringsten Störung Gebrauch macht. Veintiquatro (Vierundzwanzig) wird sie von der einheimischen Bevölkerung genannt, weil man nach ihrem Stich etwa 24 Stunden lang unter starken Schmerzen zu leiden hat. Doch nicht nur auf dem Erdboden leben Ameisen. An einem der typisch glatten Bäume sind Transporteure dabei, Blattstücke, die um einiges größer sind als sie selbst, vom Baum herunter in den Wald zu tragen. Dort, tief im Boden, züchten die Blattschneiderameisen (Atta und andere Gattungen) auf den verrottenden Blattstückchen ihren eigenen Speisepilz. Die Blattstücke, die sie aus der Baumkrone holen, sind sozusagen der Dünger für ihre Nahrung.

Im Tambopata-Reservat besprühte der Entomologe Terry Erwin einen Leguminosenbaum mit einem Insektizid, um anschließend die herab fallenden Insekten einzusammeln. Er fand 43 Ameisenarten aus 26 Gattungen. Hier leben an einem einzigen Baum halb so viele Ameisenarten wie in ganz Deutschland! Die Insektengruppe aber, deren Formenvielfalt die aller anderen bei weitem in den Schatten stellt, ist die der Käfer. Weltweit sind bisher etwa 300.000 Käferarten beschrieben worden; auch bei ihnen konzentriert sich die größte Artenfülle auf die Tropen. Und auch hier wieder ein Vergleich, der die Konzentration des Artenreichtums in den Tropen bestätigt. In den Vereinigten Staaten und Kanada kennt man bis heute etwa 24.000 Käferarten. In Panama hingegen rechnen die Entomologen mit etwa 20.000 Arten pro Hektar!

Text und Fotos © Andreas Schlüter 2003-2004