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Hyla fasciata Gruppe
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Laubfrosch Hyla cf. fasciata

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Plica umbra ochrocollaris - Leguan

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Peru - Artenvielfalt im tropischen Regenwald

Die tropischen Regenwälder sind als komplexeste und reichhaltigste Land-Ökosysteme der Erde zugleich Herberge der größten Artendichte an Pflanzen, Pilzen und Tieren. Noch vor 1000 Jahren bedeckten sie etwa 13 Prozent der Landmassen der Erde. Durch Holzeinschlag und Brandrodung, die mit jährlich 200.000 Quadratkilometern der gemeinsamen Fläche von England, Wales und Schottland entsprechen, ist die von Regenwäldern bedeckte Landmasse auf sechs Prozent geschrumpft.

Auf Satellitenfotos erkennt man beiderseits des Äquators einen dunkelgrünen Gürtel, der sich großflächig unter den Wolken versteckt. Dieser scheinbar einheitliche Gürtel setzt sich aus unterschiedlichen Waldformationen zusammen. Dennoch, ähnliche Umweltbedingungen bewirken vergleichbare Anpassungen und so haben die in amerikanischen, im afrikanischen und in indomalaiischen Regenwäldern lebenden Organismen ähnliche Anpassungen entwickelt. Man spricht von einer konvergenten Evolution. Die amerikanischen Kolibris haben beispielsweise in den Nektarvögeln Afrikas und Asiens ihr „Gegenstück“.

Der tropische Regenwald ist das artenreichste Land-Ökosystem der Erde. Millionen Tier- und Pflanzenarten sind in diesem Lebensraum in einer äußerst komplexen Lebensgemeinschaft (Biozönose) miteinander verflochten. Man schätzt, dass die tropischen Regenwälder über die Hälfte aller auf der Erde lebenden Organismenarten beherbergen. Wie sicher ist diese Kalkulation, die von den meisten Experten geteilt wird? Das Stichwort lautet latitudinaler oder globaler Diversitätsgradient. Es ist ein allgemeines biologisches Prinzip, dass in den Äquatorregionen der Erde die meisten Pflanzen- und Tierarten vorkommen. Von den 250.000 weltweit bekannten Gefäßpflanzenarten wachsen etwa 170.000 (fast 70 Prozent) in den Tropen und Subtropen, die meisten davon in den tropischen Regenwäldern. Die höchste Pflanzenvielfalt, nämlich über 40.000 Arten, konzentriert sich auf nur zwei Prozent der kontinentalen Erdoberfläche. Dieser „Hotspot“ besteht aus den Ländern Kolumbien, Ecuador und Peru. Besonders deutlich wird die auf die äquatorialen Gebiete konzentrierte Artenvielfalt, wenn man sich die Untersuchungsergebnisse aus fest abgesteckten Arealen vor Augen führt. Auf den artenreichsten Regenwaldflächen gehört jeder zweite Baum einer anderen Art an. So konnte der Botaniker Alwyn Gentry auf einem 300 Hektar großen Regenwaldstück nahe der peruanischen Stadt Iquitos 300 Baumarten nachweisen (in ganz Deutschland sind es gerade mal 30). Besonders augenfällig ist die Artenvielfalt der Insekten. Bereits in einem Areal von der Größe eines Fußballfeldes können über 40.000 Arten vorkommen. Der peruanische Zoologe Gerardo Lamas entdeckte in dem 55 Quadratkilometer großen Tambopata-Reservat im Einzugsgebiet des Río Madre de Dios über 1200 Schmetterlingsarten. Die Insektengruppe aber, deren Artenvielfalt die aller anderen weit in den Schatten stellt, ist die der Käfer. Weltweit sind bisher etwa 300.000 Arten beschrieben worden. Auch hier soll ein Vergleich die Konzentration des Artenreichtums in den Tropen verdeutliche. In den Vereinigten Staaten und Kanada kennt man bis heute etwa 24.000 Käferarten. In Panama rechnen Wissenschaftler mit etwa 20.000 Arten auf einem Hektar!

Beim Lesen dieser Zahlen ist nur schwer begreiflich, dass ausgerechnet diese artenreichste und fruchtbarste Lebensgemeinschaft zumeist auf unfruchtbarem Sand gedeiht. Der Motor allen Wachstums ist die Sonne. Ihr Licht liefert dem Wald die Energie, die es den Pflanzen ermöglicht über die Photosynthese große Mengen Kohlenhydrate aufzubauen. Organische „Abfälle“ wie Blätter, Holz oder Tierkadaver werden umgehend von Pilzen, Ameisen, Termiten und anderen Organismen aufbereitet und somit auf schnellstmögliche Weise in den Nährstoffkreislauf des Waldes zurückgeführt. Das gleichförmige tropische Klima ermöglicht deren ganzjährige Aktivität und ununterbrochenes Wachstum. Dieses direkte Recycling verhindert die Enstehung eines Humusspeichers.

Neben den Nährstoffen unterliegt auch das klimatische Geschehen einem annähernd geschlossenen Kreislauf. Das in den Bäumen hochgepumpte Wasser verdunstet über die Blattoberflächen und kondensiert über dem Wald zu Regenwolken. Die grüne Decke Regenwald mindert die erodierende Gefahr tropischer Regenfälle und reguliert so den Wasserkreislauf .

Text und Fotos Andreas Schlüter © 2003-2004